Bevor du dich mit den Möglichkeiten der Farbkorrektur in Premiere Pro auseinandersetzen, musst du verstehen wie Bilder mit der Kamera aufgezeichnet werden. Wozu? Fragst du dich. Ganz einfach, erst wenn du verstehst wie Farben, Helligkeit, Kontrast und Sättigung in einem Video gespeichert werden, kannst du den richtigen Hebel umlegen und deinem Video den nötigen Schliff geben. “Einfach drauf los” führt zu einem Ziel, aber nicht eben zu dem richtigen Ziel und “irgendwie” geht meistens schief. Ich versuche es wieder so einfach, wie möglich zu machen.

Wie zeichnet eine Kamera das Videobild auf?

Die Kamera empfängt durch das Objektiv Licht. Das Licht transportiert die Farbinformationen, Helligkeit und Farbton auf die Aufzeichnungsfläche, früher der Film, heute der Sensor.
Das Licht passiert dabei ein Schutzglas, meistens auch einen Infrarot Schutzfilter und trifft auf einen Farbfilter. Der Filter lässt nur bestimmte Anteile des Lichts durch.

So funktioniert der Farbfilter eines Sensors


Der Sensor hat lichtempfindliche Zellen: Die Pixel. Verändert sich Lichtmenge, die auf den Pixel fällt, verändert sich ihre Ladung. Von der Ladung eines Pixels kann auf seine Helligkeit geschlossen werden.
Vor den Pixeln sind Farbfilter der additiven Grundfarben Rot, Grün und Blau. Ein Pixel mit Blaufilter zeichnet die Helligkeit der Farbe Blau auf, einer mit Rotfilter die Helligkeit von Rot und einer mit Grünfilter die Helligkeit von Grün.

Jeder Sensorhersteller hat da seine eigenen Patente, wie genau das gemacht wird.

Eine grob schematische Darstellung eines Sensors

Diese Informationen werden von der Kamera gespeichert. Dazu verwendet die Kamera einen Videocodec, der sich merkt, wann, wieviel und wo Licht auf den Sensor gefallen ist und das alles in einem Bruchteil einer Sekunde, z.B. 25 Bilder pro Sekunde. Das sind dann eine Menge Bildinformationen, die die Kamera verarbeiten muss.

Diese Daten werden immer größer, je mehr Informationen gespeichert werden müssen. Um diese Datenflut zu kontrollieren, haben findige Wissenschaftler sich das sogenannte Subsampling ausgedacht.

Subsampling

Die Farbunterabtastung, auch chroma subsampling genannt, ist eine Technik zur Datenreduzierung von Bildern in Videos.

In dieser Technik werden die Helligkeitsunterschiede und Farbunterschiede des Bildes separat gespeichert und komprimiert.

Das menschliche Auge kann Helligkeiten gut unterscheiden, aber Farbunterschiede weniger gut erkennen, da bietet es sich an bei den Farbinformationen Daten einzusparen.

Vielleicht hast du die Zahlen 4:4:4, 4:2:0 etc. schon mal gehört. Sie stehen oft auch auf den Verpackungen von Videokameras.

Diese Zahlen geben die Antwort auf die Frage: Wie speichert eine Kamera die Farben und Helligkeiten?

4:4:4

Bei der Unterabtastung 4:4:4 bekommt jedes Pixel die vollständige Farbinformation und Helligkeit, das führt zu großen Datenmengen, biete aber auch einen großen Spielraum für die Nachbearbeitung.

Stark vereinfachte Darstellung, wie Farben und Helligkeiten gesampelt werden

4:2:2

Bei der Unterabtastung 4:2:2 teilen sich zwei Pixel eine Farbinformation und jedes Pixel speichert die volle Helligkeitsinformation. Das führt zu einer mittleren Datenmenge, mittlerer Spielraum für Nachbearbeitung.

Stark vereinfachte Darstellung, wie Farben und Helligkeiten gesampelt werden

4:2:0

Bei der Unterabtastung 4:2:0 hingegen teilen sich vier Pixel eine Farbinformation, jedes Pixel speichert aber die eigene Helligkeit. Das bedeutet kleine Datenmengen, weniger Möglichkeiten der nachträglichen Bearbeitung.

Stark vereinfachte Darstellung, wie Farben und Helligkeiten gesampelt werden

Das letze Modell zeigt, dass aus den Farben und den Helligkeiten eines Pixels und seinen angrenzenden Pixeln, die wirklichen Farben berechnet werden.

Jetzt hat die Kamera das Licht empfangen und in seine Bestandteil aufgelöst. Jetzt werden daraus Nullen und Einsen. Wie detailliert jetzt die Daten gespeichert werden hängt von der Fähigkeit der Kamera ab, genau genommen von der bildverarbeitenden CPU.

Wieviele Farbabstufungen, die sogenannte Farbentiefe, die Kamera speichert hängt von ihrer technischen Leistung ab. Die Abstufungen sind 8 bit, 10 bit, oder 14 bit. Als Beispiel: eine 10 bit Farbtiefe behält das vierfache der 8 bit Farbtiefe. Also die Farbinformation ist 4x höher! Und das macht sich bei der Farbkorrektur deutlich bemerkbar.

Vergleicht man die beiden Farbspektren, wird deutlich was 2 bit für einen Unterschied machen.

Videocodecs

Jetzt müssen diese Informationen gespeichert werden. Dies geschieht in Form eines Codecs. Der Codec legt fest, wie das Bild zerlegt wird und auf einem Speichermedium abgelegt werden soll.

Es gibt unzählige Videocodecs, denn jeder Hersteller macht das individuell. Jedoch gibt es da gebräuchliche Codecs wie zum Beispiel: h264, MPEG-4, Motion jpg, Apple ProRes etc..
Diese Codecs werden in sogenannte Container gespeichert. Die typischen Containerformate sind: .mov, .mp4 (nicht MPEG-4), .avi.

Container werden dazu benutzt, damit die verschiedenen Systeme die Multimediaformate lesen und verstehen können. In einem Container können eben auch noch zusätzliche Daten, wie z.B. mehrere Untertiteldateien, z.B. Deustch und Englisch, und mehrere Audiospuren, z.B. Stereo und Dolby Digital 5.1, gespeichert werden.

Je nach Videocodec speichert dieser die Bildinformationen, mal gut bis weniger gut. Allerdings sind die Codecs so weit entwickelt, dass wir beim Betrachten oft die kleinen Ungenauigkeiten nicht bemerken.
Bei der Farbbearbeitung, auch Lichtkorrektur genannt, wird man allerdings den Unterschied deutlich merken.

Mittlerweile gibt es , wie bei der Fotografie, auch im Videobrereich RAW-Daten. Hierbei werden die reinen Sensorinformationen gespeichert und nicht entwickelt und interpretiert wie bei Videocodecs.
Sie bieten die beste Grundlage einer Farbkorrektur, sind aber Leistungsgierig und brauch leistungsfähige Rechner.

Was braucht man an Hardware in der Postproduktion?

Um jetzt die Videodateien zu betrachten und zu bearbeiten braucht man einen Computer der auf dieses Bedürfnis zugeschnitten ist. Also mus man sich die Frage stellen was ich wie bearbeiten will.

Je umfangreicher die Videos in ihrem Codec und der Farbtiefe, um so größer und schneller müssen die Festplatten sein, dem entsprechend die Leistung des Computers und für die farbverbindliche Darstellung der Monitor mit seinem Farbraum. Und je besser und genauer die Hardware das bearbeiten kann, um so teurer wird es.

Der Farbraum

Der Farbraum legt den Bereich der darzustellenden Farben fest und ist davon abhängig, wo der Film gezeigt wird. Im Kino benutzt man einen anderen Farbraum, als im Fernsehen.

Die typischen Farbräume sind sRGB, Rec709, Adobe RGB, BT.2020.

Um die Farbräume richtig zu beurteilen werden die Monitore auf den jeweiligen Farbraum kalibriert, also eingestellt. Dazu nutzt man ein Messinstrument, z.B. von den Herstellern xrite und datacolor, um einige zu nennen. Je nach Darstellungsqualität des Monitors kann er auf den Farbraum eingestellt werden.

i1 Display one von xrite
Spyder von datacolor

Eine typische Darstellung der Farbgenauigkeit beim Monitor. Die Linien in Rot, Grün und Blau müssen möglichst so linear wie möglich von 0 bis 255 laufen.Dann stellt der Monitor die Farben gleichmäßig dar und deckt den eingestellten Farbraum richtig ab.

Farben verstehen

Bevor du dich an die Farbkorrektur machst, musst du wissen was Belichtung, Helligkeit, Kontrast und Sättigung sind. Dazu gibt es wunderbare Testbilder die es möglich machen jeden Monitor nach pi mal “Auge” einzustellen. Ich möchte sie dazu nutzen ein besseres Verständnis für Farben zu bekommen.

Ein Universaltestbild das alles vereint. (Burosch.de)

Helligkeit

Die Helligkeit ist die Lichtdichte, bzw. die Lichtstärke. Sie wird in Candela gemessen. Einheit cd/m² = Candela pro Quadratmeter

So ist die Helligkeit richtig eingestellt.

Auf der rechten Seite befinden sich unterschiedlich helle Kästchen, der Monitor sollte die feinen Abstufungen auf dem Bild darstellen

So ist der Monitor zu dunkel und du kannst die Unterschiede nicht mehr wahrnehmen

Kontrast

Kontrast bezeichnet den Unterschied zwischen hellen und dunklen Bereichen eines Bildes. Du kannst dir das gut merken, wenn du weißt, dass das Wort Kontrast aus dem italienischen kommt: contrasto “Gegensatz”.

Das helle Kästchen auf der rechten Seite hebt sich gerade noch vom weißem Hintergrund ab.

Das Bild ist optimal eingestellt, wenn die weissen Bereiche des Bildes gerade noch Zeichnung, also eine Struktur, besitzen. Also, wenn zwischen dem weissesten Bereich und dem dunkelsten Bereich eine saubere Abstufung zu sehen ist.

Ist der Kontrast falsch eingestellt gehen Bildinformation verloren.

Farbton

Der Farbton ist die Farbempfindungen. Also wie wir die Farben Beispielsweise Rot, Gelb oder Grün wahrnehmen. Eine Farbe desselben Farbtons kann entweder in der Farbsättigung variieren, wie Graublau gegenüber Blau, oder in der Helligkeit, beispielsweise Rosa gegenüber Rot.

Sättigung

Neben der Helligkeit und dem Farbton gehört die Sättigung zu den drei vom Menschen als grundlegend empfundenen Eigenschaften einer Farbe. Sie beschreibt die Qualität der Farbnuance, also bunte oder unbunte Farben.

An der Hautfarbe lässt sich eine Sättigung gut aus machen. Die Farben auf diesem Bild wirken natürlich.
Sind die Farben übersättigt, lässt es sich auch schlecht differenzieren.

Gammakorrekur

Die Gammakorrektur, kurz Gamma, ist ein Begriff in der Bildbearbeitung. Gamma kennzeichnet generell die Kontrastwiedergabe von verschiedensten Bildaufnahmesystemen gegenüber den Wiedergabesystemen. Unter Umständen muss eine Gammakorrektur vorgenommen werden.

Ein niedriger Gammawert 0,5
Keine Gammakorrekur = 1
Ein hoher Gammawert 2

Es handelt sich um die Anpassung oder Korrektur des Verlaufs der Graustufenwerte, also der mittleren Werte zwischen 100 % Schwarz und 100 % Weiß.
Oder auch: die Korrektur und die Anpassung des Verlaufs der mittleren Farbhelligkeit, Farbwerte oder Abstufungen.

Also, man gleicht die Systeme an, damit eine homogene und originalgetreue Darstellung stattfinden kann.

Folgendes Bild sieht komplizierter aus als es ist und macht es deutlich:

Im Bild oben: Ein linearer Bildsensor in der Kamera führt, an einem Bildschirm mit dem Gammawert größer als 1 , also einem starken Kontrastverlauf, zu einem kontrastreichen aber unnatürlichen Bild.

Wenn man sich die Grafen unterhalb der Bilder anschaut erklärt sich das gut: Sie stellen das Gesamtverhalten des Systems dar.

Im unterem Bild: Bei der Bildaufnahme mit vorsätzlichem Gamma kleiner als 1, also einem flacheren Kontrastverlauf, führt bei einem Bildschirm mit passendem Gamma größer als 1 zu einem originalgetreu wahrnehmbaren Bild.

Man erkennt gut die Abhängigkeit der aufzeichnenden Systeme und der darstellenden Systeme. Ergo müssen die Systeme aufeinander abgestimmt sein.

Zugegeben es ist schon ganz schön technisch, aber wenn man die Unterschiede erst einmal verstanden hat, wird es immer einfacher und wir benutzen ja nun mal diese Technik, also müssen wir uns damit auseinandersetzen.

Die Farbkorrektur in Premiere Pro

Am Besten wechselst du jetzt den Arbeitsbereich in Premiere Pro auf Farbe:

Auch im Menü unter Fenster | Arbeitsbereiche lässt ich die Fensteranordnung zurücksetzen.

Bevor du mit der Farbkorrektur in Premiere startest solltest du die Software und deinen Monitor richtig einstellen.

Dein Monitor sollte den Farbraum abdecken mit dem du arbeitest. Dazu musst du dich mit den technischen Spezifikationen deines Monitors auseinandersetzen und ihn für deinen Arbeitsfarbraum kalibrieren.
Es sei an dieser Stelle gesagt, dass die meisten Monitore den sRGB Farbraum mehr oder weniger gut abdecken, der wiederum ungefähr den Videofarbraum Rec.709 entspricht. es gehen nur wenig Details verloren

Willst du dich in Zukunft mit Farbkorrektur beschäftigen, ist ein Farbgenauer Monitor mit 10 bit Farbtiefe sinnvoll. Er sollte auch die Standardfrabräume Rec.709 und BT 2020 abbilden können.

Den richtigen Farbraum einstellen

In den Voreinstellungen von Premiere Pro musst du das Farbmanagement für deine Anzeig aktivieren.

Den Farbraum deiner Sequenz stellst du in den Sequenzeinstellungen ein und er sollte mit deinem Rohmaterial übereinstimmen:

Lumetri Scopes

Damit du die Farben der Videobilder vernünftig einstellen und korrigieren kannst, musst du dich mit den Messinstrumenten in Premiere Pro vertraut machen. Den meisten Anwendern machen diese technischen Anzeigen Angst, dabei ist es recht simpel, denn sie zeigen dir an ob du dich im Rahmen des eingestellten Farbraums bewegst oder nicht.

Die Lumtri-Scopes von links nach rechts: HLS-Vekorscop, YUV- Vektorscop, RGB-Parade
Unten von links nach rechts: Waveform-RGB, Histogram

Die beiden kreisförmigen Anzeigen nennen sich Vektorscop und messen die Farben.
Bei den eckigen Anzeigen mit den bunten Wellen handelt es sich um die Messung der Helligkeiten.

Aber dazu gleich mehr.

Lumetri-Scopes für den Farbraum einstellen

Der Waveform-Monitor, in Premiere findest du ihn bei den Lumetri-Scopes, zeigt die Helligkeit deines Videos an. Ganz unten, die Skala links im Bild zeigt 0 IRE (IRE=Institute of Radio Engineers), befinden sich die dunkelsten Bereiche. Ganz oben die hellsten Bereiche, die Skala zeigt 100 IRE.
Die Wellen werden farbig in RGB (Rot, Grün, Blau) dargestellt, also die einzelnen Helligkeiten der Farbkanäle.

Du kannst unten rechts, bei dem kleinen Werkzeug, die Anzeige nach deinen Wünschen einstellen.

Der Waveform-Monitor in Premiere Pro zeigt die Helligkeit deines Bildes an. In diesem Fall die Helligkeit eines jeden Farbkanals (RGB).

Als erstes wird in den Lumetri-Scopes der Farbraum angegeben in dem du deine Sequenz und deinen Monitor eingestellt hast.
Damit kannst du dann die richtigen Werte ablesen.
Bei “Automatisch” wechselt Lumetri-Scop die Anzeige, gemessen am Rohmaterial, in jeweiligen Farbraum automatisch.

Nur wenn du gemessen hast, kannst du dir sicher sein, dass du dich im zulässigen Rahmen der Helligkeit des Farbraums bewegst.

Je nach dem in welcher Reihenfolge die Häckchen gesetzt werden, ändert sich das Fenster der Lumetri Scopes.

Im Drop-Down-Menü lässt sich die Anzeige einstellen: RGB, Helligkeit (Luminanz), YC (Helligkeit und Chrominanz), YC ohne Chrominanz

Folgende Waveform-Anzeigen gibt es:

Das Vektorscop

Das Vektorskop dient zur Auswertung und Überprüfung der Farben.
Es zeigt den Farbton und die Sättigung deines Clips an.

Die jeweilige Farbe lässt sich durch ihre Gradzahl, also den Farbton, und die Entfernung vom Mittelpunkt der Skala, eben der Farbsättigung, ablesen.

Je größer die Sättigung einer Farbe, desto weiter außen wird der gemessene Wert angezeigt.
Da die Farben durch die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau gebildet werden, ergibt die Mischung der drei Farben Weiß. Also ist Weiß in der Mitte des Kreises. Das gilt auch für Schwarz und Grauwerte.

Vektorskop-Anzeigen

Es lassen sich zwei Vekorskop-Anzeigen einstellen:

Das YUV-Model zeigt die Leuchtdichte Y und die Chrominanz in den Werten U und V an.
HLS_Model
Das HLS-Modell (Hue, Saturation, Lightness) zeigt den Farbton, die Sättigung und die Helligkeit an.

Die Linie zwischen Yellow und Rot im YUV-Model ist die sogenannte Hautkennlinie. Auf ihr liegen die Hauttöne aller Menschen (mit leichter Variation).

Die Sättigung variiert von Typ zu Typ von der Mitte nach Außen:

  • Hellhäutige Typen: 20% – 30%
  • Dunkelhäutige Typen: 25% – 45%
  • Golden Hauttypen: 35% – 50%

Die Helligkeit sollte, bei einem bei Tageslicht aufgezeichnetem Bild, im Bereich von ca. 35 IRE – 70 IRE auf dem Waveform Monitor liegen. Bei Szenen die im Dunklem handeln gilt dies natürlich nicht!

Die Lumetri-Farbe

Nachdem du jetzt weisst, was du alles in Premiere Pro einstellen und auf was du achten musst, geht es nun um die vielen Regler im Lumetri-Farbe-Tab.

Am Besten gehst du bei der Farbkorrektur die Reiter von oben nach unten durch.

Einfache Farbkorrektur

Sobald du einen Wert bei den Reglern unter Lumetri-Farben verstellst, wird in den Effekeinstellungen des Clips der Effekt “Lumtri-Farbe” hinzugefügt.

Das Fenster Lumetri-Farbe besteht aus verschiedenen Reitern: Einfache Korrektur, Kreativ, Kurven, Farbräder und Farbabgleich, HSL Sekundär, Vignette

Du kannst oben im Feld zwischen der Quelle und dem Clip in der Timeline hin und her schalten, achte zunächst darauf, dass der Clip in der Timline aktiviert ist. Du kannst auch den Quellclip Korrigieren, wenn du ihn grundligend korrigieren willst oder er häufiger verwendet wird. Dann wird der Effekt Lumetri-Farbe im Quellclip angewendet.

Du musst darauf achten wo der Effekt Lumteri-Farbe angewendet wird: in der Quelle oder in der Timleine auf dem Clip hier blau hervorgehoben.

Die Schieberegler sind im Grunde selbsterklärend, jedoch gibt es ein paar Erklärungen die nötig sind um zu verstehen was genau pasiert.

Eingabe-LUT

Die sogenannten Lookup Tables (LUT) sind Umsetzungstabellen. Sie definieren die Farbwerte und konvertieren sie in eine andere Tabelle ohne dabei aufwendige Neuberechnung der Farben machen zu müssen – das spart Speicher. Also, eigentlich eine Simultanübersetzung der Farben.

Heutzutage haben die meisten Kameras sogenannte Picture Profiles, z.B. Sony verwendet PP1-PP10. Sie verwenden unterschiedliche Farb-Voreinstellungen bei der Videoaufnahme. Damit kannst du den Aufzeichnugsfarbraum definieren und das Gamma einstellen. Zum Beispiel weniger Kontrast bei der Aufzeichnung, was bei der Farbkorrektur von Vorteil ist.

LUTs spielen bei der RAW-Entwicklung eine große Rolle oder lassen Farbprofile der Kamera (z.B. SLog3 von Sony, CLog2 von Canon) schnell und ohne Aufwand in ein anderes Farbprofil ( z.B. Rec709) umrechnen.

Links: Aufzeichnung mit einer flachen Kontrastkurve; Rechts: konvertiert in ein Farbprofil.

Die Farbprofile werden in in der Endung .Cube gespeichert. Und werden meist nach ihrer Funktion benannt:

SGamut3CineSLog3_To_LC-709.cube

Sony

Der Sony Farbraum “SGamut3Cine”, mit der Kontrastkurve “Log3”, wird in den Fernsehfarbraum REC.709 gewandelt.

Einige LUTs werden zum Umrechnen der Farbräume benutzt und einige LUTs werden kreativ benutzt um dem ganzen Film einen Look zu verpassen, dazu später mehr im Kapitel Kreativ.

Jetzt wird klar, dass diese Farbprofile der Kamera den Spielraum für die Farbkorrektur schaffen. Deshalb solltest du dich mit den Bildprofilen der unterschiedlichen Kameras auseinandersetzen.

Es ist nicht zwingend notwendig mit LUTs zu arbeiten, sie helfen dir jedoch eine gute Ausgangsposition für die Farbkorrektur einzunehmen und es geht schneller.
Wie es ohne LUTs in Premiere Pro funktioniert, erkläre ich weiter im Kapitel “Kurven”.

Weißabgleich

Den Weißabgleich zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren ist das Erste was du tun musst.

Denn erst wenn das Bild farblich neutral eingestellt ist, lässt sich darauf eine ordentliche Farbkorrektur durchführen.

Der Weißabgleich: WB Auswahl, Temperatur, Färbung

Die Lumetri-Scopes helfen dir dabei die Helligkeit der Farben zu erkennen und das Vekotorskop die Farbtemperatur und die Sättigung richtig einzustellen.

WB-Auswahl

Die WB-Auswahl mit der Pipette ist wohl das beliebteste Werkzeug bei der Farbkorrektur, birgt jedoch Tücken. Denn woher her weisst du, welcher Pixel im Bild neutralweiß aufgezeichnet worden ist?

Ideal wäre es, wenn bei der Aufzeichnung eine genormte Graukarte oder ein Colorchecker ins Bild gehalten wurde. Denn dann kannst du mit der Farbpipette auf das Grau oder Weiss im Bild klicken und Premiere Pro besorgt den Rest. Die Farbwerte gelten dann natürlich nur bis sich die Lichtsituation ändert.

xrite Colorchecker gibt es in verschiedenen Variationen und sind Farbgenormt und zuverlässig

Wenn du keine Farbkarte hast, dann kannst du nur vermuten was im Bild weiß oder grau ist und mit der Pipette nur einen ungefähren Weißabgleich machen. Diese Methode bietet aber einen guten Ausgangspunkt. Dabei wird ein gut kalibrierter Monitor Pflicht, denn jetzt heisst es einschätzen und probieren. Die Scopes helfen dabei “Farbausreißer” zu erkennen.

Temperatur

Mit den Schieberegler bei der Temperatur verschiebst du die Farbe deines Bildes in Richtung Blau, das Bild wird kühler, und in Richtung Orange wird das Bild wärmer.

Färbung

Mit dem Regler für Farbton bestimmst du die Anteile von Grün und Magenta im Bild.

Damit decken die beiden Schieberegler “Temperatur” und “Färbung” den Farbkreis ab.

Das Vektorscope; Im Uhrzeigersinn: Rot, Magenta, Blau, Cyan, Grün, Yellow
Der Farbkreis; Im Uhrzeigersinn: Rot, Magenta, Blau, Cyan, Grün, Yellow

Weißabgleich mit den Hauttönen

Wenn Personen im Bild zu sehen sind, lässt sich anhand der Haut gut einen Weißabgleich machen. Wie geht das?

Zunächst isolierst du mit einer Maske in der Deckraft bei den Effekteinstellungen eine Hautpartie im Bild.

Das Vektorscope YUV zeigt dir jetzt die Sättigung und den Farbton der Auswahl an.

Mit den Schiebereglern “Temperatur” und “Färbung” stellst du jetzt die Werte so ein, dass die Sättigung der Haut auf der Hautkennlinie liegt.

Der Weißabgleich ist fertig!

Bedenke, dass du nur die Farben eingestellt hast, nicht jedoch die Helligkeit und den Kontrast. Darum kümmerst du dich im nächsten Schritt unter Farbton.

Farbton

Jetzt hast du den Weißabgleich gemacht und kümmerst dich um die Helligkeiten einzelner Bereiche. Dabei solltest du den Wellenformmonitor im Auge behalten.

Die Schieberegler unter Farbton: Belichtung, Kontrast, Glanzlichter, Schatten, Weiß, Schwarz, Sättigung

Wenn du die Schieberegeler unter Farbton bewegst, bewegen sich auch nur bestimmte Bereiche in der Parade RGB. Probiere es aus und beobachte.

Belichtung

Dieser Schieberegler verändert die gesamte Helligkeit des Bildes.

Kontrast

Hierbei werden der hellsten Bereiche und ie dunkelsten Bereiche auseinander gezogen.
Beachte dabei, dass sich damit auch die Farbkontraste verändern und es je nach Farbraum und Aufzeichnung des Rohmaterials sich die Farbe verändern können, bis hin zu Farbabrissen.

Glanzlichter 

Schatten

Weiß

Schwarz

Zurücksetzen / Auto

Sättigung

Kreativ

Look / LUT

Intensität

Anpassung

Ausgebleichter Film

Scharfzeichner

Dynamik

Sättigung

Sättigung macht alle Farben gleichmässig kräftiger. Dynamik erhöht vor allem die Sättigung bei den weniger kräftigen Farben. Die Farben, die schon kräftig sind, werden nur geringfügig erhöht. In der Praxis bedeutet das, dass die Dynamik Blautöne stärker sättigt als andere Farben. Was für Landschaftsfotos sehr praktisch ist. Dadurch kannst du den Himmel oder auch Gewässer etwas aufpeppen, ohne dass der Rest des Fotos aussieht wie in einem Süsswarenladen.

Schattenfarbe

Glanzlichtfarbe

Farbtonbalance

Kurve

RGB-Kurven

Die Gradationskurve wird automatisch im Kanal RGB angezeigt, also allen drei Farbkanälen (Rot, Grün, Blau). Für die Bearbeitung der einzelnen Farbkanäle haben Sie daher die Möglichkeit, den Kanal umzustellen. Beispielsweise auf den Farbkanal Rot.

Wenn Sie auf die Kurve einen Punkt in der Mitte hinzufügen und diesen nach oben ziehen, dann erhöhen Sie in diesem Fall den Wert der roten Farbe in jedem Pixel auf dem Foto. Hierdurch bekommt das Bild einen Rotstich.

Wenn Sie den Punkt nach unten ziehen, dann reduzieren den Wert der roten Farbe bis in den negativen Bereich. Das Bild bekommt hierdurch einen Türkisstich.

Die einzelnen Farbkanäle funktionieren folgendermaßen:

Die rote Kurve ändert den Farbton entweder mehr zur roten Farbe hin oder andersrum zur Farbe Türkis.

Die grüne Kurve ändert den Farbton entweder mehr zur grünen Farbe hin oder andersrum zur Farbe Purpur.

Die blaue Kurve ändert den Farbton entweder mehr zur blauen Farbe hin oder andersrum zur Farbe Gelb.

Der Kanal RGB ändert die Helligkeit und den Kontrast im gesamten Bild.

Hier kannst du auch den Kontrast einstellen, wenn du keine LUTs verwendest

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